Forscherklasse im Schullandheim Thüringer Hütte – Die Forscherklassen der Realschule Eggenfelden fuhren in das Schullandheim Thüringer Hütte in der Rhön, um als Testpersonen ein völlig neuartiges Konzept zu erproben. Speziell für den Lernort Schullandheim wurden in Kooperation insbesondere mit dem Kultusministerium, dem Landesverband Bayerischer Realschulen und dem Bayerischen Schullandheimwerk Wochenkurse entwickelt. Differenziert für die unteren Jahrgangsstufen die Orientierungsphase und für höhere Jahrgangsstufen die Profilierungsphase gibt es je ein eigenes Programm.

Für diese einzigartige Gelegenheit nahmen die beiden Klassen 6c und 6d gerne die 400 km Anfahrt in Kauf. Begleitet wurden sie von ihren Lehrern Frau Liebs und Herrn Schmaus, sowie von Konrektor Franz Griebl, der zusammen mit dem Leiter des Schullandheimes, Herrn Peter Gehring und der Bildungsreferentin, Frau Christiane Jakob-Seufert vor Ort mit der Koordination und Durchführung betraut war.

Die Module sollten weniger an Unterricht erinnern, als vielmehr auf eine spielerische Weise Lust machen auf eine MINT-Welt (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Fachlich kompetente und pädagogisch erfahrene Teams sorgten für ein ausgewogenes Verhältnis von Kommunikationstraining und Kompetenzförderung über physikalisch/technische Versuche zum Thema Energie bis hin zum Brotbacken und einer passgenauen Exkursion zur nahegelegenen Bionade in Ostheim. Bereits am ersten Tag beschäftigten sich die Kinder im Rahmen eines Persönlichkeitstrainings mit Fragen zur Klassengemeinschaft: Was ist gut? Was wäre wünschenswert? Welche Wege gibt es um besser zu werden? Sie lernten schnell, dass man leichter ans Ziel kommt, wenn man bestimmte Regeln einhält und gleichberechtigt miteinander umgeht.

Der nächste Tag war ganz im Zeichen der Technik. In Kleinstgruppen entwickelten sie die Entdeckung des dänischen Physikers Hans Christian Ørsted weiter zum Elektromotor, den sie auch mit nach Hause nehmen durften. Mit dem Energierad erschlossen sich die Kinder den Energiebegriff, lernten Elektrogeräte nach ihrem Energiebedarf einzuordnen und Folgerungen für das eigene Nutzerverhalten abzuleiten. Als Energieforscher führten sie Messungen durch und wurden an eine professionelle physikalische Arbeitsweise herangeführt. Zwischendurch griffen die Schülerinnen und Schüler zu Farbe und Pinsel und bewiesen, dass Technik und Kunst wunderbar harmonieren können.

„Können wir ohne Strom leben?“ Diese Frage bildete den Einstieg in das Modul „Kinder philosophieren“. Immer wieder wurden Hintergründe recherchiert, Erfahrungen festgehalten und Mitschüler sowie Betreuer interviewt und damit dem journalistischen Aspekt Rechnung getragen. Schließlich wurden den jungen Forschern im Vorfeld durch Herrn Berger von der Passauer Neuen Presse die Grundlagen der journalistischen Arbeitsweise vermittelt. Davon konnte sich auch Realschuldirektor Anton Huber überzeugen, der eigens den beiden Klassen einen Besuch abstattete, und sich von der hohen Qualität dieses Projektes überzeugen konnte. Die Kinder dankten es Herrn Huber mit einer kräftigen Begrüßung.

Das Geheimnis für diesen großartigen Erfolg liegt auch im gemeinsamen Erleben in entspannter Schullandheimatmosphäre. Trotz der Programmfülle blieb noch genügend Freizeit für etwa eine unvergessene Nachtwanderung – es schneite zum ersten Mal in diesem Jahr – schließlich liegt das Schullandheim auf 700 Meter Höhe in der bayerischen Rhön, im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Die Vertreter von Realschulen und Realschulelternverband zeigten sich tief beeindruckt von der hohen Qualität der erprobten Module, die Realschulkonrektor Franz Griebl entwickelt hat und mit sehr positiven Ergebnissen getestet wurden. Sie sicherten zu, die weitere Förderung durch den Europäischen Sozialfonds zu unterstützen.

(Autoren: Schüler und Schülerinnen der beteiligten Klasssen)

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