Aktiv werden – Nach dem langen Winter war es am Samstag endlich soweit: ca. 50 Kräuter aus dem Gepäck der fachkundigen Kräuterpädagogin Evi Treuting aus Trappstadt wurden von begeisterten Helferinnen und Helfern auf der Kräuterduftstraße auf dem Gelände des Schullandheimes Thüringer Hütte angepflanzt. Im vergangenen Herbst hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das beeindruckende Beet und eine benachbarte Minze-Insel bereits mit Feldsteinen und einigem Schweiß angelegt.

Bei anfänglichen plus 3°C und klammen Fingern zogen die Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen einer Umwelt-Fortbildung und weitere Interessierte Wildkräuter aus der Erde, hackten, lockerten und bereiteten den Boden für die Setzlinge vor. Dabei konnten sie erfahren, dass die Vogelmiere - volkstümlich auch Hühnerdarm genannt, weil beim Auseinanderziehen das Innere wie ein weißer dünner Faden aussieht - im Frühjahr ein guter Vitamin-C-Spender ist. Vogelmiere schmeckt im Salat und im Quark und muss nicht komplett auf dem Kompost landen. Soviel Engagement hat dann auch die Sonne hervorgelockt und Teilnehmerinnen zusätzlich beflügelt, so dass schon bald angepflanzt werden konnte.
Inmitten der mitgebrachten Kräuter stellte die Kräuterfachfrau jedes einzelne Gewächs liebevoll wie einen guten Freund vor. Dabei lernten die Gartenfans, wie die Kräuter gepflanzt und gepflegt werden, damit die Freundschaft auch lange erhalten bleibt: Auf der höchsten Ebene der Straße stehen nun die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel, denn die brauchen weniger Wasser. Dazwischen liegen Steine, die als Trittsteine und von der Sonne aufgeheizt als Wärmespeicher für die Pflanzen dienen. Die Kräuter, die mehr Wasser brauchen oder weniger Sonne benötigen, fanden nach Anleitung von Frau Treuting in den tieferen Ebenen und eher von der Sonne abgewandt einen Platz. Dort dürfen jetzt Gewürztagetes, Engelwurz, Bohnenkraut und Rauke wachsen. Auch wenn Schnittlauch und Petersilie gemeinsam in die Salatsoße kommen, nebeneinander wachsen mögen sie nicht, so Treuting, die Petersilie zieht dabei den Kürzeren. Im "Waldviertel" tummelt sich Waldmeister und Walderdbeere und an den Rändern zur Wühlmausabwehr der Knoblauch.
Alte Suppenkellen, leere Schneckenhäuser, Tontopfbruch und Holzkochlöffel sowie ein Nudelholz mit "Kräuter-Dreh-Spruch" halfen mit, die Kräuteranpflanzung kreativ und einfallsreich zu beschriften. So können die großen und kleinen Besucher der Thüringer Hütte auch ohne Kräuterkenntnisse die Kornblume leicht von der Stockrose unterscheiden. "Jetzt braucht unser Werk noch einen Namen!" forderte die begeisterte Kräuterexpertin die Teilnehmerinnen auf. Der war bald von der Bildungsreferentin, Frau Christiane Jakob-Seufert, die die Aktion mitbegleitet hat, gefunden: "Kräuterkuppe".
Im Holzbackofen warteten Bärlauch- und Apfel-Zimt-Flammkuchen auf die fleißigen Helferinnen, die der Hausmeister und gelernte Bäcker Cornelius Fries zubereitet hatte. Beim gemeinsamen Mittagessen konnte noch gefragt und erzählt und auch mit verschiedenen Düften aus dem Räucherkoffer der Kräuterpädagogin geräuchert werden.

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