Thüringer Hütte – Mit Evi Treuting lernen Kinder und ihre Eltern bei dem inzwischen sehr beliebten Familiennachmittag im Schullandheim Thüringer Hütte gemeinsam wilde Kräuter und ihre braven Verwandten im Beet im kennen.

Fast zwanzig Kinder und Eltern wollten es wissen wie das geht und wie das schmeckt: Limonade mit Wiesenkräutern. Und der kurzweilige und vielseitige Nachmittag hat sich für alle gelohnt. Es gab viele Informationen zu wilden und "braven" Kräutern, einen kleinen Kochkurs, Pflanzenkunst, ein Kräutermärchen und natürlich Wiesenlimonade zum leckeren Kräuterabendessen. Mit Evi Treuting, einer sehr erfahrenen und witzigen Kräuterpädagogin, und Christiane Jakob-Seufert, der Bildungsreferentin des Schullandheimes, hatten die Teilnehmerinnen kompetente Begleiterinnen durch diesen Familiennachmittag.

Es ist gar nicht so schwer, sich mit den sogenannten Unkräutern bekannt zu machen und anzufreunden. Denn in ihnen stecken ungeahnte hilfreiche Eigenschaften. "Wer sich im Wald verirrt, der muss nicht verhungern, wenn er die Brennnessel kennt.", so Evi Treuting. "Denn die Samen sind wie kleine Nüsschen und geben dir wieder Kraft." Wer hätte gedacht, dass dieses brennende und deshalb unbeliebte Kraut viel Vitamin C enthält und sehr gesund ist? In Öl oder Butter gebraten können die Blätter nicht mehr brennen und passen gut zu Nudeln. "Und wenn du gerade ein Tief hast, dann iss ein paar Blüten vom Gänseblümchen. Das sind wahre Stehaufmännchen!" Mehr als sieben bis zehn pro Tag braucht es nicht. Selbst für prüfungsgeplagte Schüler und Schülerinnen haben die Kräuter Hilfe parat: Mal kurz am Lavendel geschnuppert beruhigt. Oder eine Prise Duft vom Thymian gibt dir wieder Mut und Stärke. Zu jedem der vielen Kräuter, die in der Wiese oder auf der Kräuterkuppe auf dem Gelände wachsen, wusste Evi Treuting interessante und lustige Geschichten zu erzählen. Dabei haben die Teilnehmer gleich Blüten und Blätter für Kräuterlimo und Kräuterquark probiert und in Körbchen gesammelt.

Mit viel "Hm, das schmeckt ja gut!" stärkten sich Kinder und Eltern nach dem Kräutergang mit Minzenwasser und Kräuterlimonade. Die wurde zuvor noch mit den gesammelten Blüten aufgehübscht. "Gibt es nicht irgendwie ein gutes Pflanzenlexikon?" Diese Frage war das Stichwort für die nächste Aktion. Christiane Jakob-Seufert zeigte ihre Pflanzenpresse, die ganz leicht nachgebaut werden kann, ein selbst gebundenes Kräuterbuch und sie lud dazu ein, sich im Laufe der Zeit ein eigenes Lexikon mit seinen Lieblingspflanzen zu basteln. Damit die Pflanzenpresse nicht so hölzern daher kommt, malten die Kleinen und sogar die Großen dafür Bilder aus Pflanzenfarben direkt aus der Wiese und aus dem Blumenbeet.

Die Frage ist nun, was wird mit den gesammelten Kräuterschätzen gemacht? Evi Treuting wusste die Antwort: "Natürlich kann man fast  alles essen und es schmeckt nicht nach Gras oder Grün. Manche Kräuter schmecken z. B. nach Champignons." Also machten sich alle daran, die gesammelten Schätze für Quark und Quiche klein zu schnippeln. Vor dem gemeinsamen Abendessen an langer Tafel im Schatten gab es noch ein Kräutermärchen über die Brennnessel zu hören: "Und wenn er nicht gestorben ist, dann trinkt er heute noch jeden Tag eine Tasse Brennnesseltee." Nicht nur an dieser Stelle wurde an diesem Nachmittag viel gelacht. "Wir kommen wieder und sagen es weiter!" ließen Eltern und Kinder die Organisatorinnen wissen.

Also bis zum nächsten Mal am 15. November im Energiehaus. Dann werden wir erfahren, wie der Strom in die Steckdose kommt.

­